"Zirkusse führen Tiere aus „moralischen Gründen“ mit, und nicht, weil sie damit Geld machen."
Es ist naiv zu glauben, dass Zirkusunternehmen altruistische Ziele verfolgen. Wie jeder andere Betrieb wird auch der Zirkusbetrieb in erster Linie durch den Profit bestimmt. Tiere werden nicht deshalb im Zirkus mitgeführt, weil es dem Zirkus ein Anliegen ist, Kindern wie Erwachsenen Liebe und Respekt gegenüber Tieren zu vermitteln. Tiere werden mitgeführt, weil sie Geld einbringen. Aus diesem Grund werden in Zirkussen auch Käfige vergrössert und Aussengehege angeschafft: Nicht weil es dem Zirkus wesentlich um das Wohl seiner Tiere geht – sondern weil das zunehmend kritische Publikum den Eindruck vermittelt haben will dass es den Tieren im Zirkus gut gehe.
Ob Schweine, Papageien, Pferde oder Elefanten: Sie alle haben im Zirkus dem Menschen zu gehorchen. Tiere, die sich der Unterwerfung verweigern, taugen nicht für die Zirkuswelt. Wer sich gegen Disziplin und Ordnung stellt, kommt in irgendeinen Zoo der Welt oder wird getötet. Die Elefantenkuh Madura beispielsweise verletzte während ihrer Gefangenschaft im Zirkus Knie zwei Pfleger und tötete schliesslich einen im Jahr 1984. Zwei Tage später wurde sie eingeschläfert. Auch der im Knie geborene Elefantenbulle Sahib, einst der Star der Knie-Manege, wurde aufgrund von „Bösartigkeit“ hingerichtet.
Die Elefantenkühe, die zur Zeit im Knie mitgeführt werden, haben sich während ihrer langjährigen Gefangenschaft im Knie als zirkustauglich erwiesen. Diese Tauglichkeit mit Tierliebe gleichzusetzen ist unangebracht.